Tochter der Sonne

oder: Wie sind eigentlich die Nasca-Linien entstanden?

 

von Paula Roose

Ninan driftete zur Seite. Das Wasser gurgelte leise. Er rang ums Gleichgewicht, fing sich wieder und hielt den Atem an. Durch das Schilf lugte er zu den Wächtern hinüber. Sie kehrten ihm den Rücken zu. Lautlos atmete er aus. Er sollte nicht hier sein. Niemand sollte hier sein. Aber das azurblaue Wasser und der goldene Sand lockten ihn manchmal in die Bucht. Natürlich nicht dorthin, wo die Acllas schwammen. Weiter oben, wo es nur noch ein paar Ausläufer des feinen Sandes gab, ließ er sich in aller Frühe durchs Wasser gleiten – und fühlte sich dann für den Moment wie ein König.
Aber heute war alles schiefgelaufen. Plötzlich waren die Wachen aufgetaucht. Ninan blieb nur, sich in das Schilf zu retten. Stumm betete er zu Tayta Inti, dass er ihm gnädig sein möge. Wenn sie ihn entdeckten, war nicht nur sein Leben verwirkt. Seine gesamte ganze Sippe würden sie von der Klippe stoßen.
Zitternd beobachtete er die bespeerten Männer. Sie ließen ihren Blick schweifen, stocherten aufgeregt mit ihren Waffen im Sand herum und riefen durcheinander. Irgendetwas berührte sein Bein. Er wollte zucken, hielt es gerade noch zurück. Ein Wächter löste sich aus der Gruppe und kam auf das Schilf zu. Die Gesichtszüge des schwarz gekleideten Mannes waren grimmig. Ein – zwei Atemzüge, dann würde er ihn entdecken. Geräuschlos tauchte er ab und zählte, um abzuschätzen, wann er wieder auftauchen konnte. Bis sechzig, so lange musste er mindestens aushalten. Fünf … sechs … Wieder strich etwas über sein Bein, etwas Langes, Glattes. Verdammt! Eine Schlange! Nicht bewegen, bloß nicht bewegen. Sein Herz pochte gegen seine Brust. Weg hier! Elf … zwölf … Luft! … dreißig … nicht bewegen … vierzig … LUFT!
Er tauchte auf, wollte japsen. Nein! Ruhig, ganz ruhig, ein … aus … ein … aus …
Der Wächter stocherte mit dem Speer im Schilf herum, hob den Kopf und schaute direkt in seine Richtung.
»Komm!«, rief ein anderer, »lass uns zurückgehen. Hier kann sie nicht sein.«
»Wenn du meinst.« Der Wächter drehte ab und die Gruppe mit den Speerspitzen verließ die Bucht.
Das war gerade noch einmal gut gegangen. Und die Schlange schien auch das Weite gesucht zu haben. Danke, Tayta Inti! Doch sie konnten wiederkommen, jeden Augenblick. Was immer die Wachen gesucht hatten, sie hatten es nicht gefunden. Und ihr eigenes Leben war verwirkt, wenn sie mit leeren Händen zurückkehren mussten.
Leise und geschmeidig wie die Schlange strich er durch das Schilf zum Ufer. Aus dem Augenwinkel nahm er eine Bewegung wahr. Unweit von ihm löste sich aus den Schilfrohren eine zierliche Gestalt. Sieh an! Er war nicht der Einzige gewesen, der die Luft angehalten hatte! Erstaunt sah er auf das goldbraune Wesen. Ihre schwarzen Haare umspielten ihre Schultern mit sanftem Schimmer. Er hatte noch nie eine so schöne Frau gesehen.
Geschickt watete sie durch das Wasser, kam direkt auf ihn zu und schaute doch an ihm vorbei, als wäre er nicht da. Ihr feines wollenes Gewand klebte an ihrem Körper. Der Saum war mit lachenden Sonnen verziert: Tayta Intis Zeichen! Sie war eine Aclla, eine erwählte Jungfrau, Tochter der Sonne!
Nervös warf Ninan einen Blick über die Schulter. Wenn ihn jetzt jemand sah!
Ungerührt kam sie weiter auf ihn zu. Er konnte in ihre Augen schauen, glänzend wie Bronze.
»Ganz allein hier?«, fragte Ninan.
Sie warf ihm einen Blick zu. War das ein Lächeln um ihren Mund? Aus der Ferne erklangen Stimmen. Die Wachen! Flugs zog Ninan sein Messer aus dem Gürtel, schnitt sich ein Stück Schilfrohr und tauchte damit ab. Durch das Rohr ließ es sich gut atmen. Und er würde lange unter Wasser atmen müssen. Und noch lange an die Aclla denken.

»Wo hast du bloß gesteckt, du pflichtvergessener Taugenichts?«
Ninan senkte den Kopf. Sein Vater hielt den Stock bereit, doch seine Mutter sprang ihm zur Seite.
»Lass den Jungen doch erst mal erzählen. Wenn dir seine Antwort nicht gefällt, kannst du ihn immer noch verprügeln.«
Sein Vater brummte.
»Ich war in der Bucht«, sagte Ninan mit hängenden Schultern. Er hatte gehofft, dass seine kleinen Ausflüge niemals herauskommen würden. Aber jetzt musste er es sagen. Seine Eltern belog man nicht, das brachte Tayta Intis Zorn über ihn und damit ewige Nacht in sein Leben. Nur Verschweigen war nicht Lügen, jedenfalls hatten die Priester nie etwas davon gesagt.
Sein Vater wurde bleich. »Bist du von allen Göttern verlassen?«
»Ich schwöre, ich war nur am nördlichen Zipfel.«
»Und weiter?«
»Plötzlich waren die Wachen da. Ich musste ins Schilf flüchten und abtauchen. Bis zum Nachmittag habe ich durch ein Rohr geatmet, weil immer wieder eine Wache kam und ich nicht wagte, nach Hause zu laufen.«
»Junge!« Seine Mutter hob die Arme. »Was ist nur in dich gefahren? Du wolltest doch nicht etwa zu den Acllas?«
Heftig schüttelte er den Kopf. »Bestimmt nicht, Mutter. Ich wollte nur schwimmen.« Er schaute auf den Boden. »Bitte verzeiht mir.«
Sein Vater ließ den Stock sinken. »Schwimmen! Ausgerechnet dort! Ich hoffe, es ist dir vergangen, als du den Tag zwischen Schlangen verbracht hast. Das soll als Strafe reichen. Aber solltest du dich noch einmal der Bucht nähern, ich schwöre, ich prügel dir deine gottverdammte Seele aus dem Leib.«
»Ja, Vater.«
»Und jetzt geh zu Bett. Zu Essen gibt es heute nichts mehr.«
»Ja, Vater.«
Der Hunger biss ihn in den Magen. Aber das machte nichts. Vor seinem inneren Auge sah er die Aclla, zart wie ein Kolibri, geschmeidig wie eine Katze. Er musste sie wiedersehen. Gleich morgen.

Er sah sie nicht. Viele Tage lang nicht. Sein Vater hatte ihn in die Berge geschickt, um seltene Kräuter für die Alpakas zu sammeln. Es lohnte sich, denn das Fell der Tiere glänzte von der kostbaren Nahrung und die Wolle ließ sich dann vorteilhafter gegen andere Güter eintauschen. Und natürlich hielt die Suche Ninan von der Bucht fern. So dachte es sein Vater. Doch Ninan wusste, wo die Kräuter wuchsen. Flugs füllte er seinen Beutel und strich am Abend das Lob des Vaters ein, der seinen Sohn vom Irrsinn geheilt glaubte. Am Morgen aber, bevor er in die Berge kraxelte, lief er zur Bucht, versteckte sich im Schilf und wartete. Und wartete. Und wartete. Tag um Tag wurde er nicht müde, auf die Bucht zu starren und den Anblick der Aclla herbeizusehnen, bis die Sonne in den Zenit stieg und ihn zwang, das Wasser zu verlassen und seinem Vater zu gehorchen. Denn wenn er nur einen Tag die Kräuter schuldig blieb, war es um ihn geschehen. Sein Vater würde ihm nicht nur die Seele aus dem Leib prügeln. Der Stock würde ihn treffen, bis sein letzter Atemzug ausgehaucht war. Es war besser, dass ein Mann starb als die ganze Sippe. Aber was sollte er tun? Geschehen war es um ihn doch schon lange – seit er die Aclla gesehen hatte.
Die Wintersonnenwende rückte näher. Ninan wartete. Sehnte sich. Doch als er endlich die zierliche Gestalt wie aus dem Nichts auf sich zukommen sah, glaubte er doch, zu träumen. Bis der Wind ihren Duft zu ihm hinübertrug.
»So allein hier?«, fragte sie.
»Nicht allein. Mit meiner Hoffnung, dich zu sehen, bin ich hier.« Zögerlich schaute er in ihre Augen und was er sah, erstaunte ihn. Ihre Augen trugen Sehnsucht … War es auch um sie geschehen?
»Ich weiß«, flüsterte sie, »aber ich sollte es nicht wissen.«
»Und woher …?«
Sie lächelte. »Ich sah dich im Schilf.«
»Du darfst nicht hier sein.«
»Du auch nicht.«
»Wie ist dein Name?«
»Ruahua. Und deiner?«
»Ninan.«
Sie schwiegen einen Moment.
»Wie bist du deinen Wächtern entkommen?«
»Meine Dienerin hat mir geholfen. Ich war im Fluss, wandte der Wache den Rücken zu. Sie schwamm unter Wasser vom Schilf zu mir herüber, ich tauchte ab und sie an meiner Stelle auf.«
»Niemand hat den Wechsel bemerkt?«
»Niemand. Aber ich muss zurück. Es ist mir nicht gestattet, lange zu baden. Das schadet meiner Haut.«
Sein Blick fiel auf das samtene Braun ihrer Arme. Da streckte er die Hand aus, griff ihre zerbrechlichen Finger und zog sie in das Schilf.
»Dafür werden sie dich töten«, flüsterte sie.
»Ich weiß.« Zitternd beugte er sich hinab und berührte ihre Lippen. Sie fühlten sich weich an, mit nichts vergleichbar, was er bis dahin gefühlt hatte. Als sie ihren Mund öffnete, fuhr ein Blitz durch seinen Körper. Der Weg zurück ging in Flammen auf. Es gab ihn nicht mehr. Sein Vater hatte ihm gesagt, dass ein Mann bereit war, für den Kuss seiner Liebsten zu sterben. Dieser Kuss würde ihn töten. Das wusste er.
Sanft löste sie sich aus seinen Armen. »Ich muss zu den anderen.«
»Ich werde hier sein. Jeden Tag.« Noch einmal küsste er sie.
»Ich werde kommen. Sooft ich kann.«

Sie konnte nicht oft. Nur wenn der Mond auf Voll stand, auf Halb, auf Neu und wieder auf Halb, schaffte sie es, am Morgen danach zu kommen. Das Schilf wurde ihr gemeinsames Zuhause, verbarg sie vor Blicken, immer die Atemrohre in der Nähe, für den Fall, dass die Wächter sie suchten. Doch sie suchten sie nicht. Niemand bemerkte Ruahuas Ausflüge. Ninan küsste und umarmte sie. Mehr wagte er nicht. Zu groß war seine Liebe zu ihr, zu groß die Angst, ihre Reinheit zu stehlen, wenn er sie im Schilf nahm und nicht in einem richtigen Zuhause.
Aber dann sagte sie plötzlich: »Ich werde nicht wiederkommen.«
Er erblasste. »Was? Aber warum? Haben sie etwas bemerkt?«
Sie schüttelte den Kopf. »Nein. Nichts. Aber zur Wintersonnenwende wird Sapa Inka mich verschenken.«
»Dich? Aber das geht doch nicht!«
»Es ist Tayta Intis Wille. Dafür wurde ich ausgebildet. Seit meinem fünften Lebensjahr webe und koche ich, um ein gutes Geschenk zu sein.«
»Aber … aber … ich dachte, Tayta Inti hätte dich mir …«
»Ninan. Du Träumer. Wir haben das heilige Gesetz gebrochen. Wenn Tayta Inti uns gnädig ist, bleiben wir vielleicht vor seinem Zorn verschont.«
»Ich werde das nicht zulassen!«
»Doch, das wirst du. Versprich mir, dass du das wirst. Sonst bringst du uns noch mehr in Gefahr.«
»Aber …«
»Wer immer mich auch bekommt, es wird nur einen geben, dem mein Herz gehört. Und wenn ich meinem Herrn einen Sohn gebäre, ich werde darum flehen, ihn Ninan nennen zu dürfen.«
»Ich werde jeden töten, der dich berührt.«
»Pssst.« Zärtlich legte sie ihre Finger auf seine Lippen. »Wir wissen es beide und wir haben es immer gewusst. Es ist unser Schicksal.«
Er zog sie zu sich, küsste sie wild und presste sie an sich.
Entschlossen schob sie ihn von sich. »Morgen beginnen die Vorbereitungen. Sapa Inka will sein Geschenk schön verpackt sehen. Baden im Fluss ist mir ab jetzt verboten.«
Er packte ihre Handgelenke. »Bitte! Wir können fliehen.«
»Leb wohl, Ninan!« Sie riss sich von ihm los, tauchte ins Wasser und schwamm mit langen Zügen den Schilfsaum entlang.
»Tayta Inti«, betete Ninan verzweifelt, »ich weiß, ich bin verflucht, aber bitte nimm sie mir nicht weg! Ich flehe dich an!«

Von Weitem war das Trommeln der Prozession zu hören. Ninan presste sich mit dem Rücken an die Mauer. Er wagte kaum, zu atmen, aus Furcht, entdeckt zu werden. Die Straße war verlassen, alle waren in die Häuser befohlen. Aber er hatte es nicht ausgehalten. Er wollte sie sehen, diesen einen Moment greifen, um ihr in die Augen schauen zu können, wenn die Sänfte vorüberzog. Seine Finger tasteten über den Stein, krallten sich in die Mauerfugen. Er musste sich festhalten, um nicht zu ihr hinüberzurennen und sie aus der Sänfte zu rauben.
Die Stimmen kamen näher. Vorsichtig lugte er um die Ecke. Ruahua trug ein prächtig besticktes Gewand, um ihre Stirn ein goldenes Band. Ihr Blick wirkte starr, doch er wusste es besser. Sie suchte ihn. Am liebsten hätte er wild gewunken. So starrte er nur zu ihr hinüber, rief sie mit seinen Augen. Und sie hörte ihn, schaute auf. Ihre Blicke trafen sich – einen Wimpernschlag lang. Genug, um ihre Tränen zu sehen. Ein Dolch stach in sein Herz. Es konnte, sollte, durfte nicht sein, dass dies das letzte Mal war, dass er sie sah. Dass Sapa Inka sie an irgendeinen reichen Mann verschenkte, der sich an ihr ergötzte wie an allem, was ihm gehörte. Aber er, dessen Herz vor Liebe überquoll wie ein brodelnder Lavasee, sollte leer ausgehen! Ach, er hatte kein Recht, so zu denken! Und wer außer den Göttern wollte Sapa Inka befehlen? Wie konnte ein Bauernsohn den Sonnengott dazu bewegen, das Schicksal zweier Liebender zu wenden? Der Höchste selbst hatte doch ihr Schicksal gewoben. Und Ninan konnte ihn nicht einmal um Verzeihung bitten für seine grässliche Schuld. Weil er nichts bereute. Tayta Inti … betete er, aber er wusste nicht, wie er den Satz weiterführen sollte.
Die Prozession zog vorüber. Er trat hinter der Mauer hervor und sah ihr nach. Die goldene Sänfte wiegte Ruahua mit den Schritten der Träger, die sie für die letzten Vorbereitungen zum Haus der Erwählten brachten. Doch dann! Auf dem Dach der Sänfte saß eine Frau in einem schlichten, irdenen Gewand. Sie hielt einen Webrahmen in Händen, zog ein Webschiffchen hindurch, spannte den Faden. Als sie ihren Arm weit zur Sonne ausgestreckt hatte, schaute sie auf und warf ihm einen Blick zu, bevor sie die Wendung vollzog und das Schiffchen wieder in die Fäden eintauchen ließ. Im nächsten Augenblick war sie verschwunden.
Er ließ den Kopf hängen. Begann er, den Verstand zu verlieren?

»Was ist nur mit dir los?«, fragte seine Mutter beim Frühstück. »Du isst ja gar nichts. Man könnte meinen, das Kräutersammeln hätte dich krank gemacht.«
»Mach dir keine Sorgen«, antwortete Ninan, »ich habe mir nur den Magen ein wenig verdorben.«
»Hast du den Himmelsballon schon gesehen? Dein Vater hat für das Tuch hundert Gebinde Alpakawolle Tribut geliefert. Es wird ein großes Fest, wenn unser Sapa Inka zur Wintersonnenwende zu Tayta Inti aufsteigt, um ihn für uns gnädig zu stimmen. Wir werden ein gutes Jahr haben.«
»Und wenn Tayta Inti sich nicht gnädig stimmen lässt?«
»Wie kommst du denn darauf? Die Stickereien auf dem Tuch könnten nicht edler sein. Alle Acllas haben daran gearbeitet. Und sie verstehen ihr Handwerk, glaube mir.«
»Alle bis auf eine!« Schnell biss er sich auf die Lippen. Das hatte er nicht sagen wollen.
Sie runzelte die Stirn. »Was meinst du damit?«
»Nichts. Gar nichts.«
Seine Mutter forschte in seinem Gesicht. »Und dein schlechter Appetit hat nichts mit deinem Ausflug in die Bucht vor ein paar Wochen zu tun?«
»Nein.« Nicht direkt jedenfalls. Also war es keine Lüge.
Sie blickte ihm fest in die Augen. »Wenn herauskäme, dass jemand den Acllas auflauert, würde Sapa Inka das ganze Dorf dem Erdboden gleichmachen. Keine Maus würde er am Leben lassen.«
»Ich weiß, Mutter. Aber es hat niemand den Acllas aufgelauert.« Nein, das hatte er wirklich nicht. Er hatte auf sie gewartet. Das war ein himmelweiter Unterschied.
»Und die Wächter haben keine Aclla gesucht, als du damals den ganzen Tag weggeblieben bist?«
»Keine Ahnung. Ich war doch im Schilf unter Wasser.«
»Aber hinter dir waren sie nicht her?«
»Nein, Mutter, bestimmt nicht. Sie wussten nicht, dass ich dort war.«
»Also, was meinst du dann mit: alle bis auf eine?«
Ninan biss sich auf die Lippen. »Wie ich gesagt hab: nichts. War bloß ein Gedanke. Die heiligen Jungfrauen haben doch auch anderes zu tun, als Ballontuch zu weben und zu sticken.«
»Aber nicht vor dem Fest. Und wenn Tayta Inti heilige Dinge zu sehen bekommt, wird er uns sicher gnädig sein. Ach, ich freu mich so darauf. Und wenn dann ein Edelmann eine wunderschöne Aclla geschenkt bekommt …« Sie seufzte schwärmerisch.
Ninan konnte gerade noch verhindern, dass er mit der Hand auf den Tisch schlug, und klemmte sie zwischen seine Knie. Zum Glück war seine Mutter mit ihrer Träumerei vom Ballon und der Aclla beschäftigt und bemerkte es nicht. Er presste die Lippen zusammen. Aber dann geschah etwas Merkwürdiges. Er sah die Frau auf der Sänfte. Abermals warf sie ihm einen Blick zu und streckte die Hand mit dem Faden zur Sonne. Etwa dorthin, wo Sapa Inka bald sein würde, zu Tayta Inti? Aber was sollte Tayta Inti bei ihm, Ninan, Gutes zu sehen bekommen, wo er doch ein heiliges Gesetz gebrochen hatte? Ein Geistesblitz schoss durch seine Gedanken. Rasch schob er seinen Teller von sich. »Warte heute Abend nicht auf mich, Mutter.«
»Aber, Ninan! Du kannst doch nicht … Dein Vater …«
»Nach Sonnenuntergang bin ich zurück!«

Wie besessen rannte er durch das morgenverlassene Dorf, schwang sich über die Mauer und lief weiter zur Wüste, dorthin, wo die Sonne aufging. Nackt und staubig breitete sich die Felsenlandschaft vor ihm aus. Keine Ziege, kein Vogel, keine Biene verirrte sich hierher, nur ein unbedeutender Bauernsohn, der seine Schuhe ausziehen musste, wenn er in die Nähe Sapa Inkas kam. Einer, der sich mehr auf Alpakas verstand als auf die Geschicke der Menschen und Götter. Und doch war die Wüste seine letzte Chance. Mit den Augen maß er die sonnenrot leuchtende Ebene aus. Dann griff er sich einen Stein, ging auf die Knie und rieb eine Furche in den Sand. Die Sonne erhob sich vom Horizont, brannte unbarmherzig hinunter. Er rieb weiter, Fels gegen Fels, rieb, bis seine Hände bluteten. Erst als die Nacht ihn zwang, die Ebene in Dunkelheit versunken war, lief er nach Hause. Sein Vater wartete schon, hielt den Stock bereit, um seinem pflichtvergessenen Sohn zu geben, was er verdient hatte.
»Bitte, Vater«, sagte er mit hängenden Schultern. »Schlag mich tot, ich weiß, dass es mir recht geschieht. Aber ich flehe dich an, warte bis nach der Sonnenwende.«
»Warum sollte ich damit warten, dich zur Vernunft zu bringen?«
Er sah ihm in die Augen. »Dein Stock wird mir den Verstand nicht zurückgeben. Es ist um mich geschehen. Schenke mir nur ein paar Tage, um mein Leben zu retten. Wenn ich es nicht schaffe, dann bin ich froh, wenn du derjenige bist, der es mir nimmt.«
Sein Vater ließ den Stock sinken. »Sage mir, was du den ganzen Tag treibst.«
»Ich bereite ein Geschenk für die Götter.«
»Das ist Aufgabe der Priester.«
»Bitte, Vater.«
»Du hast wirklich den Verstand verloren. Tue, was du tun musst. Aber sieh zu, dass dich niemand sieht. Wenn Sapa Inkas Ballon in den Himmel gestiegen ist, sprechen wir uns wieder.«
»Danke!«
»Und die Tage arbeitest du nach.«
»Ja.« Er hielt den Kopf gesenkt, damit sein Vater sein Lächeln nicht sah.

In der Morgendämmerung rannte er in die Wüste, suchte sich einen Stein und begann zu reiben, bis er unter seinen Händen zu Staub zerfiel. Dann suchte er einen neuen und rieb weiter. Seine Knöchel traten hervor. Er rieb weiter. Das Blut tropfte auf den Felsen. Er rieb weiter. Die Sonne verbrannte seine Haut. Er rieb weiter. Als der Mond sieben Mal aufgegangen war, erschienen am Himmel die Plejaden. Hoffnungsvoll sah er zu den Sternen hinauf. Könnte das ein gutes Zeichen sein? Schaute Tayta Inti freundlich hinab? Falls nicht, dann waren er und Ruahua unrettbar verloren.

Das ganze Volk war versammelt. Trommeln und Flöten tönten über den Platz. Die Priester stimmten den Gesang an, das Volk fiel ein, wiegte sich im Takt hin und her, klatschte und tanzte. Auf der Empore war ein festliches Zeltdach errichtet, darunter saß Sapa Inka mit goldener Sonne gekrönt auf seinem Thron und schaute unbewegt über die Menge hinweg. Zu seiner Rechten und seiner Linken standen drei Acllas in wehenden Gewändern und fächerten ihm mit Wedeln, die größer waren als sie selbst, Wind zu.
Ninan stand am Rand, unweit der Tribüne, auf der die anderen Acllas Platz genommen hatten. Sein Herz pochte wild. Mit den Augen suchte er Ruahua. Auf der anderen Seite der Empore stand eine weitere Tribüne. Darauf hatten die Edelmänner des Landes Platz genommen. In prächtigen Gewändern saßen sie dort und schauten zur Empore. Ninan folgte ihren Blicken. Urplötzlich verstummten die Trommeln. Von hinten brachten zwei Äbtissinnen eine Aclla in weißem Kleid. Im Gegenlicht zeichnete sich ihr zarter Körper unter dem Stoff ab. Ein Schleier verdeckte ihr Gesicht, aber Ninan erkannte sie. Unter Millionen hätte er sie erkannt. Rasch verkrallte er seine Hände. Die Finger schmerzten. Nein, er durfte nicht nach vorne laufen und sie holen. Ein Priester trat vor, fasste sie und brachte sie zum Rand der Empore. Er hob ihren Arm und rief in die Menge: »Sapa Inkas Geschenk für den edelsten Mann des Landes!« Das Volk brach in Jubel aus. Ninan hätte den Priester am liebsten erwürgt. Lüstern glotzten die Männer auf Ruahua. Seine Hände verkrallten sich noch mehr, damit er ihnen das sabbernde Grinsen nicht herausschlug.
Plötzlich verdunkelte sich die Sonne. Erschrocken fuhr er herum. Hatte Tayta Inti sich abgewandt?
Die Priester schürten am Rand des Festplatzes die Feuer, bliesen mit einem riesigen Blasebalg heiße Luft in die Hülle. Zügig faltete der Ballon sich auf, hob ab und verbarg die Sonne hinter sich. Immer mehr Gestalt nahm er an. Die Ballonhaut erstrahlte. Sie war mit Stickbildern verziert, die die Geschichten der Götter erzählten. Dazwischen stand in Reihen untereinander wie ein Sternenregen das lachende Sonnengesicht Tayta Intis. Ein wahrlich göttlicher Himmelsballon. Er stieg höher und gab das Sonnenlicht wieder frei. Abermals jubelte die Menge.
Der Hohepriester trat vor, streckte die Arme aus und ließ die Menschen verstummen. »Es ist so weit«, sagte er andächtig. »Unser mächtiger Sapa Inka, Sohn unseres Sonnengottes Tayta Inti, wird in den Himmelsballon steigen und zu Tayta Inti hinauffahren, um ihn für uns gnädig zu stimmen.«
Jubelschreie.
Ninan schaute zu Ruahua. Ein Windstoß wehte ihren Schleier auf. Einen Atemzug lang sah er ihr Gesicht. Auch sie schaute zu ihm, schaute mit Augen, die trauriger nicht hätten sein können. Er wollte ihr zum Zeichen der Hoffnung seine Hände zeigen, doch sie hätte nur Blut gesehen, nicht, was er damit getan hatte. Außerdem wusste er selbst nicht, ob Tayta Inti sein Geschenk annehmen würde.
Der Hohepriester streckte die Arme aus und forderte Ruhe. Als kein Laut mehr zu hören war – nur noch das Schnaufen des Blasebalgs –, wandte er sich um und schritt zu Sapa Inka. Vor dem Thron fiel er nieder und beugte seinen Kopf, bis seine Stirn den Boden berührte.
Sapa Inka bewegte sich nicht. Sein Blick hing starr über der Menge, als wären die Menschen nicht da. Niemand wagte, etwas zu sagen. Der Hohepriester musste verharren, durfte sich nicht rühren, nicht einmal das Gesicht verziehen, obwohl niemand es sehen könnte. Tayta Inti würde es sehen und das genügte.
Der Ballon stieg höher, zerrte an den Seilen, ließ den Korb über dem Boden auf und ab tanzen. Die Priester hatten Mühe, ihn zu halten, hängten sich mit ihrem ganzen Gewicht in die Festigungsseile.
Noch immer rührte Sapa Inka sich nicht. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet. Für den Priester war es eine Ehre, sich vor ihm niederwerfen zu dürfen. Aber Ninan sah, dass der alte Mann von der unbequemen Haltung zu zittern begann.
Endlich gab Sapa Inka das Zeichen. Für Ninan war es ein Rätsel, wie der Priester es sehen konnte, aber augenblicklich richtete er sich auf, trat zur Seite und streckte den Arm Richtung Himmelsballon. Sapa Inka erhob sich und schritt Seite an Seite mit ihm zum Ballon.
Ninan bewunderte den athletischen Körper seines Herrschers. Jede seiner Bewegungen war geschmeidig wie die eines Panthers, den üppig goldenen Sonnenschmuck trug er, als wäre er aus Federn, das karmesinrote Gewand flatterte im Wind. Mit einem eleganten Sprung landete der Herrscher im Korb. Ninan sank der Mut. Wie hatte er nur denken können, ein Bauernsohn könne Götter beeindrucken?
Sapa Inka gab ein Zeichen.
Eine Gruppe Priester warf sich nieder und betete laut. Die Priester am Blasebalg erhöhten die Schlagzahl, Gewichte wurden vom Korb entfernt, die Seile locker gelassen. Dann verstummte das Schnaufen. Majestätisch wie die aufgehende Sonne stieg der Ballon zum Himmel, höher und höher, trug Sapa Inka hinauf zu seinem Vater, begleitet von Flöten und Trommeln und vom betendem Gesang des Hohepriesters.
Ninans Herz schlug ihm bis zum Hals. Jetzt. Jetzt sieht Sapa Inka es. Jetzt muss Tayta Inti ihm gnädig sein. Oder nicht. Sonnengott, höchster aller Götter! Ich flehe dich an!
Alle schauten in den Himmel. Ninan sah zu Ruahua und sie hatte ganz leicht den Kopf gewandt und sah zu ihm.
Sapa Inka war nur noch als Punkt zu erkennen. Die Priester warteten auf das Zeichen, dass sein Arm sich wie der Lauf der Sonne über den Korbrand bewegte. Nichts geschah. Der Hohepriester sang lauter, wiegte seinen Körper im Takt des Liedes. Leise murmelnd stimmte die Gruppe der Priester ein. Gespannt wartete die Menge. Dies war der Moment, in dem sich das Jahr entschied. Würde es ein gutes oder schlechtes werden? Ein Jahr des Hungers oder des Überflusses? Des Glücks oder des Unglücks? Ninan ging auf die Knie. Bitte, Tayta Inti, nimm mein Geschenk an.
Endlich war es so weit. Sapa Inkas Arm winkte über den Korbrand. Unter Gesängen zogen die Priester an den Seilen, brauchten ihr ganzes Gewicht, um ihn wieder auf die Erde zu holen. Ninan erhob sich. Gebannt suchte er in Sapa Inkas Gesicht nach einem Zeichen. Doch der Herrscher schwang sich aus dem Korb und schritt vom Hohepriester begleitet mit unbewegter Miene zum Thron. Er hätte sich nun setzen sollen und verkünden, wer die erwählte Aclla zum Geschenk bekam, wem die Ehre zuteilwurde, weil er der edelste Mann im Volk war. Doch er setzte sich nicht, winkte den Hohepriester mit ernstem Gesicht zu sich und sprach leise mit ihm. Ein Raunen ging durch die Menge. Ninan stockte der Atem. Was, wenn sein Felsenbild zu schlecht geraten war? Wenn er Sapa Inka beleidigt hatte? Noch immer endete die Unterredung nicht. Der Boden unter ihm begann zu schwanken. Er war verloren!
Wie aus dem Nichts stand eine Frau neben ihm. Sie hielt einen kleinen Webrahmen in den Händen und beugte sich zu ihm. »Wenn das Schicksal dich ruft«, flüsterte sie, »dann zögere nicht, zu gehen.«
»Wer bist du?«, flüsterte Ninan zurück.
Sie drückte ihm den Webrahmen in die Hand. »Die, die dein Schicksal webt.« Augenblicklich war sie verschwunden. Verwundert sah er sich um. Hatte er schon wieder geträumt? Doch der kleine hölzerne Rahmen in seiner Hand war echt. Und auf dem fein gewebten Stoff leuchtete das Gesicht Ruahuas. Erschrocken schob er den Rahmen unter sein Hemd. Wenn das jemand sah!
Endlich setzte Sapa Inka sich auf seinen Thron. Der Hohepriester trat an den Rand der Empore und hob die Hände. Die edlen Männer des Landes streckten sich.
»Unser mächtiger Herrscher will den Namen des Zeichners wissen.«
Ungläubig sah die Menge den Priester an.
»Er möge vortreten.«
Ratlose Blicke wurden getauscht. Man zuckte die Schultern, raunte einander unverständliche Worte zu.
Ninan wurde schwindelig.
»Sapa Inka wartet nicht.«
Seine Hände tasteten nach dem Webrahmen. Es war doch nicht das Schicksal, das ihn rief. Es war …
»Geh schon, Ninan!« Seine Mutter stand plötzlich hinter ihm und stupste ihn an.
Zitternd streifte er seine Schuhe ab. Mit schweißnassem Hemd ging er nach vorn und sank auf die Knie. Der Webrahmen drückte hart in seine Brust. Hastig legte er seine Hand darüber, damit man ihn durch das Hemd nicht sah.
»Ein Bauernsohn?« Der Hohepriester konnte seine Verwunderung kaum verbergen.
Ninan nickte.
»Und was willst du gezeichnet haben?«
»Einen Kolibri«, flüsterte er.
»Sprich lauter.«
Er räusperte sich. »Einen Kolibri.«
Wieder ging der Blick des Priesters zu Sapa Inka. Dieser nickte.
»Wie ist dein Name?«
»Ninan.«
»Trete an den Rand.« Der Priester schritt zu Sapa Inka. Wieder redeten die Männer leise.
Ninan drückte sich an die Seite. Wie vermessen war er gewesen! Natürlich hatten die Götter sein Geschenk nicht angenommen. Alles war umsonst gewesen. Er war eben doch nur ein unbedeutender Bauernsohn. Und er hatte eine Tochter der Sonne berührt.
Der Hohepriester kehrte zurück und breitete die Arme aus. »Ich verkünde nun den Namen des Mannes, der sich um unser Volk verdient gemacht hat. Er bekommt die Aclla geschenkt, die ihm mit Hausarbeit, Kochen und Weiblichkeit dienen wird.«
Die edlen Männer strichen unruhig ihre Füße über den Boden. Das Volk sank auf die Knie. Über dem Platz lag atemlose Stille.
»NINAN!«
Sein Name war ein Paukenschlag. Ihm versagten die Knie. Es war ein unglaublicher Affront, nicht zu gehen, wenn der Herrscher rief. Aber er rang nach Luft, fühlte sich unfähig, auch nur eine einzige Bewegung zu vollführen. Wenn das Schicksal deinen Namen ruft …
»Ninan«, wiederholte der Hohepriester.
Augenblicklich erhob er sich und taumelte nach vorn.
»Tayta Inti hat dein Geschenk angenommen. Die Tochter der Sonne ist dein.«
Ninan sank auf die Knie. »Bitte. Darf ich etwas sagen?«
Der Hohepriester blickte zu Sapa Inka. »Sprich.«
Ninan hielt den Kopf gesenkt. »Ich bin nur ein Bauernsohn, wohne noch im Haus meines Vaters. Ich weiß nicht, wie man eine heilige Jungfrau besitzt. Wenn die Aclla mit mir gehen soll, darf ich sie vorher zur Frau nehmen?«
Ein Raunen tönte durch die Menge. Dann wäre die Aclla keine Tochter der Sonne mehr, nur eine gewöhnliche Bäuerin.
»Du willst sie heiraten?«
»Ja.«
»Du weißt um die Folgen?«
»Ja.«
»Du weißt, was du der Tochter der Sonne damit antust?«
Aus dem Augenwinkel sah er, dass Ruahua zu zittern begann. »Ja.«
Abermals tauschte der Hohepriester einen Blick mit Sapa Inka. »Deine Bitte wäre des Todes würdig, weil du das Geschenk der Götter verschmähst. Aber Tayta Inti ist dir heute gnädig, darum lautet die Antwort seines Sohnes: Nimm die Tochter der Sonne zur Frau. Sie wird keinerlei Güter bringen, wenn sie euer Haus betritt. Mit leeren Händen empfängst du sie, mit leeren Händen kommt sie. Und als Entschädigung für deine Dreistigkeit wirst du von nun an jedes Jahr zur Sonnenwendfeier ein Bild für Tayta Inti zeichnen.«
Auf seinem Gesicht wollte sich ein glückliches Lächeln ausbreiten. Rasch nickte er und verbarg es unter einer tiefen Verbeugung.
Stille lag über dem Platz. Er verharrte, begriff nicht, dass alle Augen darauf warteten, dass er sich erhob. Das Räuspern des Hohepriesters ließ ihn aufblicken. Zögerlich stand er auf, hielt den Kopf gesenkt und nahm aus dem Augenwinkel wahr, dass der Hohepriester zurücktrat und sich zu Sapa Inka stellte.
Ruahua stand noch immer unbewegt am Rand. Eine Äbtissin kam herüber, fasste ihren Arm und brachte sie zu Ninan. »Strecke deine Hand aus«, forderte sie ihn auf.
Zitternd gehorchte er. Auch Ruahua streckte ihre Hand aus, legte sie schweißnass über seine blutenden Finger.
»Sie ist deine Frau«, sagte die Äbtissin. »Ihr könnt nun gehen.«
Er ging noch nicht. Sein Körper bebte, als er ihren Schleier lüftete und ihre tränennassen Wangen berührte.
»Das wird Tayta Inti uns niemals verzeihen«, flüsterte sie.
»Aber wenn das Schicksal unsere Namen ruft«, flüsterte er zurück, »müssen wir folgen.«
»Ninan.«
»Ruahua.«


Anmerkung der Autorin: Die Nasca-Linien sind riesige Felszeichnungen in der Wüste Perus. Obwohl Jahrhunderte alt, hat man sie erst entdeckt, als 1924 ein Flugzeug darüber flog und jemand aus dem Fenster schaute. Seitdem rätseln Wissenschaftler, wie sie entstanden sind. (Quelle Wikipedia)

©2014, 2018 Paula Roose